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Tischlerei ABC:
Was ist ein Furnier?

Tischlerei ABC: Was ist ein Furnier?

Das „Furnieren“ bezeichnet einen Vorgang in Tischlereibetrieben, bei dem eine sehr dünne Schicht aus edlem Holz auf eine dicke Schicht aus günstigerem Holz aufgetragen wird. Das sogenannte Furnier ist nur 0,3 bis 8 Millimeter dick und wird mit Hilfe von verschiedenen Verfahren vom Stamm gesägt oder geschnitten. Das Ziel eines Furniers ist die Veredelung eines Möbelstücks mit dem besten Holz, das aus einem Holzstamm gewonnen werden kann. Vollholzmöbelstücke sind für einen Großteil der Menschen nahezu unerschwinglich, doch durch das Furnieren sind Möbelstücke mit edlen Holzoberflächen leistbar.

In Ägypten wurde dieses Verfahren schon vor 5.000 Jahren angewendet und die besten Stücke des Holzes wurde so zur edlen Oberfläche von Türen und Möbelstücken. Damals mussten die dünnen Furniere noch in mühsamer Handarbeit vom Stamm geschnitten werden – heute wird diese Arbeit von Maschinen erledigt. Vor dem Einsatz von Maschinen war das Furnieren sehr teuer und nur Adligen oder reichen Bürgern vorbehalten. Seit der industriellen Revolution gibt es kaum einen Haushalt, in dem es keine furnierten Möbelstücke oder Türen gibt.

Wie entsteht ein Furnier?

Nicht jeder Baumstamm besitzt die Eigenschaften, die zur Herstellung eines Furniers gewährleistet sein müssen. Fachleute aus der Holzindustrie müssen jeden Baumstamm nach verschiedenen Kriterien beurteilen, damit es keine Probleme bei der Verarbeitung gibt. Nur ein Holzfachexperte mit viel Kompetenz kann erkennen, wie der Baum aufgeschnitten werden muss, denn je nach Schnitt unterscheidet sich auch das Muster.

Tischlerei ABC: Was ist ein Furnier?

Wenn die Holzstämme sachgerecht gelagert wurden, wird das Holz vor der Verarbeitung zum Furnier entrindet und außerdem von Verschmutzungen befreit. Nach dem Entrinden werden die Baumstämme in die jeweiligen Qualitätsstufen unterteilt, in vorgegebene Längen abgeschnitten und es wird markiert, wie das Holz später geschnitten wird.

Im Anschluss werden die Holzstämme in einer sogenannten Dämpfgrube für mehrere Stunden oder Tage bei einer Temperatur zwischen 40 und 90 Grad „gekocht“. Die Dauer und Hitze des Kochvorgangs unterscheiden sich nach Holzart und -beschaffenheit. Durch diesen Vorgang erhält das Holz ausreichend Geschmeidigkeit für die weitere Verarbeitung – zusätzlich ändert sich je nach Dauer des Dämpfens auch die Holzfarbe.

Der nächste Schritt ist der entscheidende Vorgang für die Entstehung des Furniers. Das Holz wird mittels unterschiedlicher Verfahren geschnitten. Dies bezeichnet man je nach Technik als „messern“ oder „schälen“. Die dünnsten Furniere können mit der Technik des Messerns erzielt werden.

Tischlerei ABC: Was ist ein Furnier?

Die geschnittenen und noch nassen Furniere werden im Anschluss getrocknet und gebügelt, damit sie sich nicht wellen. Die Trocknung muss ebenfalls mit äußerster Sorgfalt erfolgen, denn zu trocken geratene Furniere können brechen und zu nasse Furniere können bei der anschließenden Lagerung schimmeln. Besonders wichtig ist die lichtgeschützte Lagerung, bevor die Furniere schließlich verarbeitet und auf die Trägerplatten aufgebracht werden.

Als Trägerplatten können Spanplatten, Sperrholzplatten, MDF-Platten oder Tischlerplatten eingesetzt werden.

Wo werden Furniere verwendet und eingesetzt?

Bei der Produktion von Möbeln im günstigen Preissegment wurde das hochwertige und teure Echtholzfurnier durch billigeres Laminat oder auch Dekorfolien ersetzt.

Bei der Produktion von hochwertigen Möbeln wird nach wie vor das edle Echtholzfurnier eingesetzt, da es sich um ein Naturprodukt handelt und jedem Möbelstück ein individuelles Aussehen verleiht. Besonders gut für die Verarbeitung eignet sich das Holz von Nussbaum, Eiche, Esche, Buche, Ahorn, Kirsche oder aber auch von exotischen Hölzern wie Teak oder Mahagoni.  Beim sogenannten Deckfurnier werden sowohl auf die Innen- als auch auf die Außenflächen der Trägerplatten Furniere angebracht, sodass das Möbelstück wie aus Vollholz wirkt. Zudem haben Furniere den Vorteil, dass sich im Gegensatz zu Vollholzmöbeln keine Risse oder Fugen bilden können.

Auch beim Bau von Luxusbooten oder teuren Campingmobilen werden Echtholzfurniere eingesetzt, da diese auf leichte Trägerplatten aufgebracht werden können. Gerade beim Bau von Transportmitteln ist jedes Kilogramm entscheidend und Vollholzmöbel sind viel zu schwer für diesen Zweck.

Bildnachweis:
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